BAE Hawk T.1A XX312

Historischer Hintergrund

30.03.1993 Flugplatz Gütersloh

Zum Abschied aus Gütersloh veranstaltete die Royal Air Force eine Parade, zu der mehrere britische Maschinen ein letztes Mal zu Gast waren. Zu einem Fotoflug starteten ein Harrier GR3, ein Harrier GR7, zwei Canberra und die Hawk T.1A der 100Sqn mit der Kennung XX312. Die Crew der Hawk hatte den Auftrag, die anderen Maschinen zu fotografieren.

Modell Hawk T.1A 1:32

Dieses Modell zeigt die Hawk XX312 beim Start in Gütersloh. Der Offizier auf dem hinteren Sitz macht schon mal die Kamera klar…

Daten zum Modell

  • Bausatz: Hawk T.1A 1:32 von Revell (Red Arrows)
  • Zurüst-Teile: Piloten, Decals, Staurohr, Cockpit-Ätzteile, Resin-Cockpit
  • Elektronik: Elegoo Nano V3, mit USB-Anschluss
  • Projekt-Dauer: 8 Jahre, davon 1 Jahr reine Bauzeit
  • Aufwand: ca. 300 Stunden

Der Bau

Als die Hawk T.1A von Revell im Jahre 2010 erschien, musste ich dieses Modell der Red Arrows in 1:32 unbedingt bauen – so der Plan. Für den eigentlichen Bau hatte ich zuerst keine Zeit gefunden und so entstand das Projekt immer wieder im Kopf.

Zwischendurch habe ich alte Fotos von dem Spottertag gefunden, der von der Royal Air Force zur Verabschiedung aus Gütersloh veranstaltet wurde. Die Hawk XX312 der 100Sqn war zu Gast und schon damals gefiel mir die Lackierung besonders gut. Dann habe ich genau diese Decals in 1:32 bei Aerospezial gefunden. 2017 hatte ich dann den neuen Plan; diese Variante wird es werden.

Das Original – Hawk T.1A auf dem Flugplatz in Gütersloh

Die besondere Aufgabe der Hawk-Crew war das Fotografieren der anderen Gäste im Flug – genau das wollte ich darstellen. Das Cockpit sollte damit geschlossen dargestellt werden und Piloten mussten rein. Mit dem Bau des Cockpits kamen noch ein Resin-Cockpit und Fotoätzteile von Revell mit rein. Die Piloten wurden mit dem Staffel-Patch der 100Sqn versehen. Diese wurden auf weißem Decalpapier gedruckt. Die Kamera entstand im Scratch-Bau.

Das geschlossene Cockpit war mir dann zu dunkel, die Figuren mit der Kamera kamen nicht richtig zur Geltung – also musste eine Beleuchtung rein. Eine reine Cockpitbeleuchtung war mir nicht konsequent genug, also gleich eine komplette Beleuchtung. Ich experimentierte mit Lichtleitern, das Ergebnis war aber nicht zufriedenstellend. Zwischen einer LED und dem Lichtleiter geht zuviel Licht verloren, da kam am Ende nicht viel an. Effektiver war es, direkt LEDs an den leuchtenden Stellen einzusetzen. Ich besorgte mir die kleinsten LEDs, die ich finden konnte und ein Programmierboard. Für die korrekte Darstellung der Blitzlichtfolge der Strobes studierte ich tonnenweise alte Hawk-Videos. Mit dem Nano-Board von Elegoo hatte ich eine passende Programmierplattform gefunden. Dieses Rechnerboard hat sehr kleine Abmessungen und passt gut ins Modell.

Einbau des Rechner-Boards für die Licht-Steuerung

Das Licht wurde komplett eingebaut, die Helligkeit per Software so angepasst, dass es zum Maßstab passen sollte.

Da das Modell schweben sollte, baute ich ein Ständerwerk aus Messing-Profilen. Das USB-Kabel für die Versorgung des Rechnerboards wurde durch das Messingrohr gelegt. Zur Ausbalancierung kamen Gegengewichte ins Heck. Danach folgte die „Hochzeit“ der beiden Rumpfhälften. Seltsamerweise passten diese nicht sehr gut zusammen, entweder passte es oben und unten blieb ein Spalt, oder umgekehrt. Half ja Nichts, es musste gespachtelt werden.

Nach den ersten Spachtelarbeiten dann die Katastrophe: Nix geht mehr – es leuchtet nicht mehr! Was mache ich jetzt? Lass ich das so und verzichte auf die Beleuchtung? – Auf gar keinen Fall! Ich entschied mich dazu, das Rechner-Board zu tauschen! Aber wie komme ich da ran? Die Rumpfhälften hatte ich aber spitzenmäßig verklebt. Knacke ich die Verklebung wieder auf? Was ist, wenn dabei etwas Wesentliches zu Bruch geht? In den Rumpfhälften ist der Scratch-Bau der Cockpit-Seitenwände drin. Ich entschied mich, keine halben Sachen zu machen, schließlich zählt das Endergebnis. Also habe ich den Rumpf aufgeknackt und gesägt. Rechner getauscht, Verkabelung teilweise erneuert. Nach etlichen Funktionstests wurden die Rumpfhälften wieder zusammengeklebt. Diese Aktion wurde mit weiteren Spachtelarbeiten belohnt.

Erneut zusammengeklebte Rumpfhälften

Wir sind wieder auf Kurs. Es geht weiter mit dem Bau der Fahrwerksschächte. Es sollte ein halb eingezogenes Fahrwerk dargestellt werden. Dies sieht der Bausatz so nicht vor (hätte ich auch nicht erwartet). Also Musste die Mechanik der Fahrwerkbeine angepasst werden. Nach etwas Scratchbau der Leitungen im Fahrwerkschacht konnten diese in die Flügel eingebaut werden.

Die Flügel: Mit dem Einbau der Flügel wurden auch die Navigationslichter mit Klarsichtteilen versehen, geschliffen und gespachtelt. Dabei hat sich eine LED verabschiedet. Ein erneuter Rückschlag. Mit einem kleinen ambulanten Eingriff wurde die Tragfläche aufgeschnitten und die LED getauscht. Nach dem Verkleben waren hier nur kleine Spachtelarbeiten nötig, um das Loch zu schließen.

Das finale Spachteln: Nun war alles Wesentliche dran, aber die Oberflächen und Übergänge waren gruselig. Es folgte eine lange Phase mit Spachteln und Schleifen in mehreren Durchgängen.

Beim Betrachten von Originalbildern fiel mir auf, dass die Hawk am hinteren Rumpf ausgiebige Nietenreihen hat, das Modell aber nicht. Ich bin kein Nietenzähler aber der grundlegende Effekt fehlte am Modell. Also habe ich selbstklebende Alufolie hinten aufgeklebt und mit einem Cutter zurechtgeschnitten. Mit einem Dornenrädchen, extra dafür, entstanden dann die Nieten in der Alufolie.

Fertig gespachtelt und schwarz grundiert

Das Lackieren war fast schon ein Spaziergang. Ich fing oben mit dem schwarz an. Danach kamen die gelben und blauen Streifen. Für den grauen Bereich ein Preshading, dann grau, Postshading und hochglanz Klarlack. Dann die Decals. Damit die Decals in der Oberfläche verschwinden nochmal Klarlack. Nach einem Washing mit dunkelgrauen Ölfarbe kamen noch Ölschlieren und (ganz leichte) Verschmutzungen mit Pastellkreide dazu. Das ganze wurde dann mit mattem Klarlack versiegelt.

Grundplatte mit Aussparung für den Akku

Die Plattform ist aus Holz. Das Messing-Ständerwerk wurde in die Plattform eingebaut. Zur Darstellung der Startbahn habe ich schwarzes Schleifpapier aufgeklebt. Der „Speed“-Effekt entstand durch dezente Striche mit Pastellkreide.

Hawk mit Speed-Effekt

Die Cockpithaube badete einmal kurz in Bodenglänzer und sollte dann die Sprengschnur erhalten. Diese ist in der Haube nicht vorgeprägt. Beim Bausatz liegt ein entsprechendes Decal bei, das war für mich die einzige Option. Die Schnur ist auf dem Decal schmal gedruckt, das Decal wird vollflächig auf die runde Haube gelegt. Mit viel Weichmacher bekommt man das einigermaßen hin. Was mir dabei nicht gefiel, waren die Luftblasen im Inneren Teil, dort ist keine Bedruckung. Also habe ich diesen Teil mit einem Skalpell (direkt auf der Haube) herausgeschnitten, so war es besser.

Das fertige Modell